Projektmanagement Zielorientierte Effizienz nach ICB 4

Unser Fachbuch nach ICB 4

Was ist die ICB 4?

Die IPMA Individual Competence Baseline (IPMA ICB) ist der weltweite Standard für individuelle Kompetenzen im Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement. Die ICB unterstützt dabei die persönliche Entwicklung individueller Kompetenzen durch die Beschreibung einer umfassenden Reihe von Kompetenzelementen für das Führen von und die Mitarbeit in Projekten, Programmen und Projektportfolios. Dabei ist die ICB kein Lehr- oder Rezeptbuch für das Projektmanagement - sie ist ein globaler Standard, der die Kompetenzen definiert, die der Einzelne benötigt, um erfolgreich in einer bestimmten Domäne (Projekt-, Programm-, Portfoliomanagement) tätig zu sein und die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
Nach über vier Jahren Entwicklungszeit und der Zusammenarbei von über 50 Landesverbänden, wurde die ICB 4 als Nachfolger, der seit 2005 geltenden ICB 3 entwickelt. Bei der IPMA und ihren assoziierten Landesverbänden (u.a. die GPM für Deutschland) ist die ICB, u.a. die Grundlage für die Personenzertifizierung. Mit der ICB 4 hat die IPMA eine vollständig überarbeitete Version ihres Standards für individuelle Kompetenz veröffentlicht, die sich im Vergleich zu den Vorgängerversionen deutlich unterscheidet.

Wie sehen die neuen Qualifizierungspfade nach der ICB 4 aus? Welche Seminare werden angeboten?

Überblick Qualifizierungspfade/Seminare nach ICB 4

Weitere Informationen zu unseren Seminarangeboten zur ICB 4 geben Ihnen unsere Kundenberater gerne telefonisch unter 0800 / 37 65 27 0.

Was unterscheidet die ICB 4 von anderen Projektmanagement-Standards wie PMI oder PRINCE 2?

Es gibt viele Standards am Markt, die auf Basis von Good-Practice-Ansätzen und anhand von Prozessmodellen eine Anleitung geben, wie Projekte erfolgreich durchgeführt werden sollen. Die Individual Competence Baseline (ICB) verfolgt konsequent einen anderen Ansatz: Sie stellt die Handlungskompetenzen der beteiligten Personen in den Mittelpunkt. Getreu dem Motto: Projekte werden von Menschen gemacht.
Die ICB 4 ist somit ein allgemeingültiger Standard, der Kompetenzen für alle im Projektumfeld handelnden Personen definiert - unabhängig vom jeweils gewählten Projektansatz oder Vorgehensmodell. Somit ist die ICB auch kompatibel zu anderen PM-Standards.

Woraus besteht die ICB 4?

Die ICB 4 unterteilt sich in drei Domänen (Projekt-, Programm-, Portfoliomanagement). Innerhalb dieser Domänen werden die drei Kompetenzbereiche „Perspective“ (kontextbezogene Kompetenzen), „People“ (persönliche und soziale Kompetenzen) und „Practice“ (methodische und technische Kompetenzen) unterschieden, die insgesamt aus 29 Kompetenzelemente bestehen.

Die ICB 4 beschreibt die vielen Facetten der Kompetenz. Sie wurde um mehrere zentrale Konzepte gruppiert, unter anderem:
Domänen: Die ICB4 bespricht Kompetenzen nicht hinsichtlich spezifischer Rollen, z.B. Projektmanager, sondern vielmehr hinsichtlich der Domäne, z.B. Personen, die im Projektmanagement arbeiten. Die Überlegung dahinter ist, dass sich Rollen und Rollenbezeichnungen zwischen den Sprachen, Branchen und Ausrichtungen stark unterscheiden. Daher beschreibt die ICB4 Kompetenzen, die wichtig sind für das Projekt-, das Programm- und das Portfoliomanagement. Jede dieser Domänen kann Rollen und Titel beinhalten, die in die allgemeine Kompetenzdomäne passen.
Kompetenzbereiche: Die ICB 4 umfasst drei Kompetenzbereiche, die das sogenannte„Eye of Competence“ bilden. Diese Bereiche gelten gleichermaßen für alle drei Domänen (Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement). Die drei Kompetenzbereiche lauten:
Kontext-Kompetenzen (Perspective): Unter diesem Begriff werden alle Methoden, Werkzeuge und Techniken zusammengefasst, durch die ein Einzelner mit seiner Umgebung interagieren kann sowie die Grundüberlegung, die Menschen, Organisationen und Gesellschaften motiviert, Projekte, Programme oder Portfolios auf den Weg zu bringen. Innerhalb der Kontext-Kompetenzen (Perspektive) existieren die Kompetenzelement (KE):

  • Strategie
  • Governance, Strukturen und Prozesse
  • Compliance, Standards und Regularien
  • Macht und Interessen
  • Kultur und Werte

Persönliche und Soziale Kompetenzen (People): Sie bestehen aus den Attributen, die ein Einzelner benötigt, um erfolgreich an Projekten, Programmen oder Portfolios mitzuarbeiten oder diese zu leiten.
Innerhalb der persönlichen und sozialen Kompetenzen (People) existieren die Kompetenzelement (KE):

  • Selbstreflexion und Selbstmanagement
  • Persönliche Integrität und Verlässlichkeit
  • Persönliche Kommunikation
  • Beziehungen und Engagement
  • Führung
  • Teamarbeit
  • Konflikte und Krisen
  • Vielseitigkeit
  • Verhandlungen
  • Ergebnisorientierung

Technische Kompetenzen (Practice): Dies umfasst die spezifischen Methoden, Werkzeuge und Techniken, die in Projekten, Programmen oder Portfolios eingesetzt werden, um sie erfolgreich zu verwirklichen.
Innerhalb der technischen Kompetenzen (Practice) existieren die Kompetenzelement (KE):

  • Projektdesign
  • Anforderungen und Ziele
  • Leistungsumfang und Lieferobjekte
  • Ablauf und Termine
  • Organisation, Information und Dokumentation
  • Qualität
  • Kosten und Finanzierung
  • Ressourcen
  • Beschaffung
  • Planung und Steuerung
  • Chancen und Risiken
  • Stakeholder
  • Change und Transformation

Kompetenzindikatoren (KCI) und Messgrößen: In jedem Kompetenzbereich gibt es generische Kompetenzelemente (KE), die für alle Domänen zutreffen. Kompetenzelemente enthalten Erkenntnisse und erforderliche Fertigkeiten, um das Kompetenzelement zu meistern. Kompetenzindikatoren (KCI) bieten aussagekräftige Kennzahlen für erfolgreiches Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement für die jeweiligen Domänen. Es existieren Messgrößen, die Leistungspunkte innerhalb der Kompetenzindikatoren detailliert beschreiben.

Welchen Nutzen bietet die ICB 4?

Die ICB 4 zielt darauf ab die individuellen Kompetenzen im Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement zu bereichern und verbessern.
Sie bietet Ihnen u.a. folgenden Nutzen:

  • Einheitlicher, weltweiter Standard für die Durchführung von Projekten
  • Gemeinsame PM-Sprache (one language-Ansatz) für alle Beteiligten im Projekt-, Programm und Portfoliomanagement
  • Basis für die Beurteilung von individuellen Kompetenzen (Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten)
  • International anerkannte Bezugsbasis für Karrierepfad-Modelle bzw. die berufliche (Weiter-) Entwicklung
  • Indikator für die Kompetenzentwicklung eines Teams bzw. auch für individuelle Selbstbewertungen
  • Leitlinie für kompetente Projektmanager und deren Projekterfolg

Was ist der Unterschied zur ICB 3?

Die ICB4 ist anders als ihre Vorgänger kein national angepasster Standard, keine National Competence Baseline (NCB), sondern eine 1:1-Übersetzung des weltweit gültigen Standards der  International Project Management Association (IPMA).
Die ICB 4 fokussiert sich auf die individuellen (Handlungs-)Kompetenzen von Personen, die in den drei Domänen Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement tätig sind.
Da in aller Regel nicht nur die Fähigkeit zum Management einzelner Projekte über den Projekterfolg entscheidet, sind nun auch Kompetenzen für ein erfolgreiches Handeln im Programmmanagement und Portfoliomanagement als Standards definiert worden. In diesen drei Standards werden 29 Kompetenzelemente, in die drei Kompetenzbereiche Kontext-Kompetenzen („Perspective“), Persönliche und Soziale Kompetenzen („People“) sowie Technische Kompetenzen („Practice“) gruppiert.
Mit neuen Kompetenzen wie zum Beispiel Strategie, Design, Change und Transformation oder Macht und Interessen werden neue Anforderungen an das Management hervorgehoben. Auch aktuelle Trends wie Nachhaltigkeit oder Agilität wurden integriert und betonen die Notwendigkeit, einen Standard wie die ICB 4 permanent weiterzuentwickeln.

 

Zurück zur Übersicht